Projekte
Projekt: Forschung & Innovation
AixCAVE at RWTH Aachen University
Die AixCAVE am IT Center der RWTH Aachen University ist eine fünfseitige Virtual-Reality-Installation zur Darstellung immersiver, virtueller Umgebungen. Sie wurde im August 2012 von der Firma Barco N.V. in Zusammenarbeit mit der Virtual Reality Group aufgebaut und in Betrieb genommen. Mit einer Grundfläche von mehr als 5 x 5 Quadratmetern und einer Höhe von über 3 Metern ist das System nicht nur eines der Größten weltweit, sondern es setzt auch hohe Standards im Hinblick auf die Projektionsqualität: Eine Kombination aus hochauflösenden Projektoren mit hoher, einheitlicher Helligkeit, speziell beschichteten Leinwänden, einer ausgefeilten mechanischen Konstruktion sowie aktiver Stereo-Technologie erzeugt ein hohes Maß an Immersion und somit Präsenz in der virtuellen Umgebung. Die AixCAVE wird insbesondere von zahlreichen Instituten der RWTH Aachen University und deren Kooperationspartner*innen aus Industrie und akademischer Welt genutzt. Die stereoskopische Projektion der AixCAVE wird mithilfe von vier digitalen Projektoren je Seitenwand und acht Projektoren für die Bodenfläche erzeugt. Die Anordnung der Projektionsflächen ermöglicht eine 360-Grad-Rundumsicht, die eine fast perfekte Immersion erzeugt und weiterhin natürliche Bewegungen in der virtuellen Umgebung erlaubt. Die 24 HD-DLP Projektoren haben eine Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln (kombiniert also ungefähr 3840 x 2160 Pixel pro Seitenwand und ist somit fast 4K) und ermöglichen daher die Wiedergabe von scharfen, hoch-aufgelösten Bildern, was vor allem für die interaktive Analyse komplexer technischer und physikalischer Prozesse wichtig ist. Sie werden mit einem 24-Knoten Visualisierungscluster mit 48 NVIDIA GPUs betrieben. Jeder Knoten verfügt über zwei Intel Xeon Skylake CPUs (zehn Kerne mit 2,2 Gigahertz) und 192 Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Knoten haben außerdem zwei NVIDIA Quadro P6000 (Pascal Architektur) GPUs pro Slave-Knoten und eine auf dem Master-Knoten. Seit 2015 ist zusätzlich zur Visualisierung ein Akustiksystem in Betrieb genommen worden, welches zur Beschallung des Benutzers eingesetzt wird und eine multimodale Darbietung virtueller Umgebungen ermöglicht. Hierzu sind insgesamt 21 Lautsprecher an der Decke montiert worden. Eine passive Optimierung der Raumakustik durch großflächige Absorber verringert den Nachhall innerhalb der AixCAVE und schirmt zusätzlichen Schall aus dem Außenbereich ab, um z.B. Lüftergeräusche der Projektoren zu dämpfen. Durch 22 in die Decke eingelassene Mikrofone können akustische Signale jederzeit abgegriffen werden, um so Kommunikation herzustellen oder Interaktion zu ermöglichen. Der Betrieb sowie die softwaretechnische Erweiterung des Systems wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hörtechnik und Akustik umgesetzt.
DigiKomp-Ambulant
Entwicklung einer Bett-Sensorik im ambulanten Pflegesetting, die Daten zum Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen erfasst und zur Arbeitserleichterung ambulanter Pflegediensten beiträgt. Übersicht von Erfolgsfaktoren für die Entwicklung und den Einsatz innovativer IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) in der ambulanten Altenpflege, so dass Interaktionsarbeit gefördert und nicht behindert wird, − Entwicklung nutzergerechter Sensor-, Vernetzungs- und Interface-Technologien sowie Bereitstellung von ausgewählten Prototypen zum Test unter realen Bedingungen, − Erarbeitung von Geschäftsmodellen zur pflegebezogenen IKT-Nutzung für Entwickler- und Anwenderunternehmen, − Entwicklung und Test zielgruppengerechter Qualifizierungsmaßnahmen für die Nutzung von Digitaltechnik in der ambulanten Pflege, −ErarbeitunginnovativerVorgehensweisenzurNutzerbeteiligungimTechnikentwicklungsprozess, − Umsetzung erfolgreicher Transfer- und Verwertungsmaßnahmen für die Zielgruppen ambulante Pflege, Technikentwicklung und Wissenschaft.
Care & Mobility
CA
TEMI
Temi stellt einen innovativen Ansatz dar, mit Hilfe von Robotik der Isolation von älteren und pflegebedürftigen Menschen entgegenzuwirken. Mit anderen Menschen verbunden zu sein, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Ein Mangel sozialer Kontakte und einhergehende Einsamkeit erhöhen das Krankheits- und Sterberisiko. Digitalisierung bietet neue Chancen, um Kontakt und soziale Teilhabe auch über räumliche Distanz zu ermöglichen. Pflegeheimbewohner*innen ist bislang allerdings der Zugang zur digitalen Welt weitgehend verschlossen. Standardtechnik ist aufgrund der Komplexität und Unübersichtlichkeit der Bedienungsebenen für die vielfach eingeschränkten pflegebedürftigen Menschen in der Handhabung schwierig. Daher soll der Einsatz von Tele-Robotern (TEMI) der Firma Medisana zur Erweiterung sozialer Teilhabe in der stationären Pflege erkundet und erprobt werden.
aNna - Auch in der Nacht nicht alleine
Im Rahmen des Projekts aNna werden Versorgungslücken in der nächtlichen, ambulanten Versorgung von häuslich gepflegten Menschen systematisch aufgedeckt und innovative Ansätze gesucht, diesen entgegenzuwirken. Für pflegebedürftige Personen und ihre pflegenden Angehörigen besteht aktuell in den Abend- und Nachstunden ein Mangel von Unterstützungsangeboten. Die Versorgungslücke führt bzw. verstärkt Überforderungs- und Belastungssituationen von pflegenden Angehörigen. Aktuell ist als Lösung lediglich eine Versorgung in einer vollstationären Pflegeeinrichtung möglich, was nicht den Wünschen und Bedürfnissen der Pflegebedürftigen entspricht und der Strategie „ambulant vor stationär“ entgegensteht. Ziel des Projektes aNna ist, das Unterstützungssystem der Pflegeinfrastruktur in den Abend- und Nachtstunden weiterzuentwickeln und dadurch die Lebensqualität älterer Personen und pflegender Angehöriger zu verbessern. Hierzu wird eine internationale Recherche zu neuen Angebotsformen und eine differenzierte Erhebung der Bedarfe und Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und ihrer pflegenden Angehörigen durchgeführt.
TeleSan
TeleSAN - Der Tele-Leitende-Notarzt als Zukunftsstrategie in der Katastrophenmedizin. Ziel dieser Machbarkeitsstudie ist es, den Einsatz der Telemedizin in Zivilverteidigungslagen nach Vorbild des Aachener Telenotarztes zu evaluieren. Einsatzeinheiten werden nach festgelegten Kriterien mit technischen Devices ausgestattet, welche über eine TeleSAN-App die Verbindung mit einem telemedizinischen Leitenden Notarzt (TeleLNA) sowie weiteren Telenotärzten ermöglichen. Nicht zuletzt soll die TeleSAN-App auf dem eigenen Smartphone mit abrufbaren Behandlungsalgorithmen oder Handlungsanweisungen professionelle Helfer sowie spontane Laienhelfer dabei unterstützen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit größtmöglicher Handlungssicherheit tätig zu werden.
SAFIR-Med
Mit Hilfe von unbemannten Flugsystemen soll der Transport medizinischer Güter zwischen Krankenhäusern verbessert werden. Die Stadt Aachen kooperiert mit zahlreichen Projektpartnern im europäischen Innovationsprojekt SAFIR-Med – „Safe and Flexible Integration of Advanced U-Space Service for Medical Air Mobility“. Das Projekt ist in der Urban Air Mobility Initiative der MAHHL-Städte (Maastricht, Aachen, Hasselt, Heerlen und Lüttich) angesiedelt. Ziel ist es, unbemannte Flugsysteme zum Transport medizinischer Güter zwischen Krankenhäusern in der Euregio Maas-Rhein einzusetzen und so das System der Gesundheitsversorgung zu unterstützen. Im Rahmen des Innovationsprojekts sollen die Voraussetzungen erforscht werden, unter denen eine schnelle, sichere und effiziente Notfallversorgung auch über Ländergrenzen zur lebensrettenden Routine werden kann.